Weggelaufen

Halt mir endlich Dein verdammtes „Herz“ hin und lass mich den verdammten „Stich“ machen“, brüllte Sie mich an. Und ich sagte: „ja, entschuldige. Darf ich mit Dir ficken?“ So hätte es sein sollen, aber so war es nicht.

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Sie sagte statt dessen nichts und wartete in hämischer Freude meine Qual genießend. Sie wußte dass ich alles wußte, ich wußte dass sie alles wußte. Das einzige, was ich nicht wußte, war, ob sie „ja“ sagen würde, oder „nein“. Wahrscheinlich ja, 65 zu 35.
Ich fand es nichtmal nicht geil oder sagen wir, sportlich herausfordernd, dass sie so sadistisch war, nein, ich fand das cool und vertraute ihr in vielem. Aber ich wußte ja nicht, was sie wollte. Wahrscheinlich hing es davon ab, was sie mir wert war. Und wie sehr ich ihr vertraute. Keine Mechanik, keine Macht, nur verdammtes Gefühl. Nicht darauf zu vertrauen. Sie war zu schlau.

Ich bin also/aber weggelaufen: „Ich glaube, dass ich Dir diese Frage nicht beantworten darf“.


Ich erhielt sogar eine zweite Chance an meinem Geburtstag: „Halt mir endlich Dein verdammtes „Herz“ hin...“ Sie dachte es, sie wußte, dass ich ihre Gedanken lesen konnte und dass ich wußte, dass sie meine lesen konnte.


Ich bin wieder weggelaufen: „Ich kann das einfach nicht, so.“ 70 zu 30. verdammt, das wärs gewesen.



Die dritte Chance-na,ja, das war etwas, das ich noch nie tat, weil ich es auch noch nie wollte. Und 30 zu 70, sie war schon ziemlich kalt.


Ich konnte mich einfach nicht blamieren, vollständig blamieren zu ihrem bloßen Jux und Vergnügen und in 100% Abhängigkeit davon, dass sie mich nicht im Stich lassen würde. Sie hatte das Recht, „nein“ zu sagen. Ich habe ihren Preis nicht bezahlt.
Sie hat es auch (nicht) getan. Leider. Es tut so weh. … Na,ja, wenn ich mal daran denke, es ist schon ein paar Jahre her.

Ca1980: Ich hatte meine weitgehend-ex-Freundin in Oldenburg besuchen wollen, aber sie war nicht da, oder ich wurde mehr oder minder erfolglos abgewiesen, weiß nicht mehr. Ich war weit mit der Bahn angereist, hatte im Park übernachtet, durfte dann in einer Polizeizelle übernachten, freiwillig, auf meinen Vorschlag, ich hätt auch gehen dürfen, nur im Park schlafen durfte ich nicht. Hab mich noch einen Tag rumgetrieben und gewartet, ob sie vielleicht noch kommt, oder so. Habe schließlich am nächsten Abend auf den Zug gewartet, erfolglos hinsichtlich meiner weitgehend-ex-Freundin. Wie man weiß, sind in der Nähe von Bahnhöfen ja oft Bordelle. Natürlich hat mich sowas auch magisch angezogen, grade, weil ich mich eigentlich nicht traute/konnte. Es fehlte mir an Vertrauen und dem nötigen Geld, durch Übung welches zu gewinnen. Ich bin da also so wie zufällig durch das Bar und Bordell-viertel scharwenzelt, äusserlich Selbstsicherheit vortäuschend, ja sogar Lockerheit und Offenheit. Und irgendwie ging der Weg dann in den verdammten Bordellhof herein, oder direkt davor lang, jedenfalls war's klar, und eine Nutte sprach mich an. Na, willste mal Kleiner, ich mach Dir'n Sonderpreis, 50 Mark, findste mich nicht hübsch?
Sie war eine langhaarige Blondine, unter dem auseinandergeschlagenen warmen Mantel trug sie einen Bikini. Ich begehrte sie glühend. Aber ich wußte: ich hätte sowieso nicht gekonnt. Mein Herz klopfte bis zum Anschlag und das ist nun mal ein Zustand, in dem man keinen hochkriegt. Und ohne die 50 Mark wäre ich gestrandet gewesen, keine Fahrkarte, nichts zu essen.
Hätte ich nun gesagt: „Nimm Dir alles und lass mich an Deinem Körper sterben“
Ich beging den gottverdammten Fehler: „Entschuldige, ich ähh, . Da geh ich lieber zu den Jehovas-Zeugen.“ Ich wußte schon, was ich sagen wollte: Die stehen auch auf der Strasse, sie blamieren sich und nicht mich. Da gibt es zwar keine Sexangebote, aber da habe ich die Kontrolle, die mir ggf. wenigstens erlauben würde, einen hochzukriegen.

Verdammt. Lass mich an Deinem Körper sterben,
Nutte von irgendwo.

Na, ja, da hab ich also diesen einen der dämlichsten Fehler meines Lebens begangen, trauere über meine Ex und über diese Nutte, und dann belästigt mich auch noch die Scheiß Bundeswehr:
Sollte ich diese Erlebnisse jetzt als absichtlich zugefügtes Mißgeschick als Strafe für meine Verweigerung auffassen? – Also da tauchte wie zufällig noch so'n Marine-Typ auf dem Bahnsteig in Oldenburg auf. Uniform mit zwei bunten Punkten auf'm Arm, wie Ampel, oder so, überhaupt 'ne Frechheit für mich als vielfach angefeindeten Verweigerer: Mit Uniform in der Öffentlichkeit auftreten. Ich konnte mir das nicht bieten lassen und mußte irgendwas machen. Ich habe auf die Gleise gespuckt. Nicht in seiner Richtung, aber es war eigentlich klar, wer gemeint war. Wenn ich davon ausging, dass dies absichtliche Belästigung gewesen war, so war das ja eigentlich noch viel zu wenig. Aber mehr konnte ich nicht machen. Später habe ich mir Sorgen gemacht, dass ich mir damit wirklich irgendwas eingehandelt hätte und jetzt aus Rache für diesen Spuckeklecks verfolgt wurde. Zugegeben, da versucht ein Mensch, ja, ein doofer Mensch meinetwegen, sich richtig hübsch zu machen, und dann spuckt man ihn an. Gemein. Natürlich, ja. Es war ja auch plausibel, dass einer von der Marine nach Oldenburg in den Puff, oder meinetwegen auch zu seiner Oma fährt, und den Marine-Fummel anbehält, denn das ist ja ziemlich nahe am nächsten kleineren Militärhafen. Oder er hat gedacht, er macht die Nutten geil, mit dem Ding. Verzeihlich, oder nicht? Meine Ex war ja auch doof. Ich hätte es damals keinem anvertraut, da ich eigentlich keinen Freund hatte, der gut genug für sowas war, aber natürlich wußte ich das schon. Ja, ja, und der „Marine-Fummel“ - da müßen die sich drum kloppen, wen man den beleidigt, oder so. Scheiß Marine-Fummel. Na ja, aber wegen sowas schien es nicht ganz unplausibel, auch deswegen verfolgt zu werden. Irgendwann fielen mir auch die Stones ein: („Love in vain“: )„When the train left the station, he had two lights on behind: The blue light was my baby, the re light was my mind..“

Dreimal Chancen: die geistig durchgeknallte, aber innerlich so zarte Hybride vom Zylonenschiff … Das tut mir besonders leid, denn die hätte zu mir, sogar uns wahrscheinlich, gepasst. Ich hätte es riskieren sollen. Gleich beim ersten Mal, wo ich buchstäblich weggelaufen bin. Wenigstens beim dritten Mal. Aber das hätte geheißen, anderen also dritten Leuten zu vertrauen, die es sich eigentlich gar nicht leisten können, in den Ruf zu geraten, vertrauenswürdig zu sein und deshalb gefährlich sind. Es war sehr beschämend, ihr diese Absage zu erteilen, erteilt zu haben. Und für sie erstmal! Ja, wahrscheinlich bin ich ihr was schuldig. Ich würde ihr so gern ein bischen Liebe schenken. Nicht, dass sie sich darin von den einigen anderen unterscheidet, aber keine war näher dran, es zu schaffen. Ich hätte ihr nur gehorchen müßen. Ihren vernünftigen Ratschlägen. Oder sie entschlossen kommandieren. Sie war wirklich sehr hybrid.
Ein sehr eindeutiges Beispiel von Weggelaufen. Tut mir wirklich ehrlich leid. Du warst liebens-würdig. Ich habe gelogen. Ich hatte nur Angst. Du hast alles richtig gemacht.

Jetzt weiß ich es also: Ich kriege immer drei Versuche.

Viele Male bin ich ihn abgelaufen, oder mit dem Rad gefahren, unseren Weg. Ich habe Dich nicht wiedergetroffen. Aber danke, dass Du mir diesen Traum geschenkt hast. N' Zehner ist nicht grade viel.


Vermutlich hast Du auch noch was anderes zu tun. Aber weggesperrt wäre wirklich zu schade. Ich liebe Dich.

Die Demo: ja, schon, hier bin ich geachtet, hier sind Frauen, die mich akzeptieren könnten-- Und doch könnte ich hier niemals irgendwas anfangen, was die Sache wert wäre. H i e r kann ich nicht ficken und besuchen kann ich auch niemand, der mehr als ein paar Kilometer weg ist mit dem Fahrrad. Noch dazu nicht auf den doofen Dunst hin, dass sie sich v i e l l e i c h t knallen lässt. Wahrscheinlich nur Norwegian Wood. Da bin ich dann über die mir geltende Absperrung gestiegen. Vorbeigedrängelt. Ich hab sie schon gesehen, die Absperrung. Was sollte denn noch kommen? Dann lieber Vergnügen durch individuelles Hervortun beim Demonstrieren.


Aber die Frau auf dem Anmarsch, die ich nach dem Weg gefragt hatte, und die mich so zögernd und fragend ansah, als sie ihre Haustür aufschloß: Verdammt. Die w a r erwachsen. Hätte ich nicht wenigstens fragen können: „Sie zögern? Möchten Sie mich einladen? Ich würde gerne kommen.“ Verdammt, nein, ich war zu verschissen, mich an meine echten Prioritäten zu halten. „Vielleicht hat sie einen Typen da oben in der Wohnung und außerdem verpasse ich die Demo und es wird sehr teuer mit der Rückfahrt....“: Verdammt, ich hab schon mehr für weniger bezahlt.

Ich könnte vielleicht noch ein Dutzend Kästchen anhängen, an die ich mich noch erinnere, aber das sind wohl die virulentesten und aktuellsten. Ich muß ja auch ökonomisch mit meinen Kräften und Zeit umgehen.

Ja, gut, „Miss Langenscheidt“ und „Entwicklungshilfe“ vielleicht noch, aber das ist klar, das konnte ich nicht anders entscheiden. Diesmal war es richtig, beiseitezutanzen. Es gab keinen Hauch von Anmache in ihrem Verhalten. Also wahrscheinlich nur gespickt, nicht willig. Und wahrscheinlich nicht für mich. Da wollt' ich mich nicht dran versündigen. - egal – volljährig wär sie gewesen. Aber nein, ich bin ja kein Sexmonster. „Das dicke Lexikon? Sowas ist natürlich sehr schön, aber das brauchen Sie nicht unbedingt.“ Andersrum als Metapher aufgefasst natürlich gelogen. Selbstverständlich muß eine Frau die Beine breit machen, nur nicht unbedingt sie für mich. Und sie hat es selbst zu entscheiden. Aber, wenn sie mich fragt: Für irgendwen schon, Alles andere wäre unvernünftig. Möglichst für mehr als einen, aber nicht zu viele. Wer mir vorwerfen möchte, ich hätte da also falsche Auskunft gegeben: Schon, aber, wenn ich wüßte, dass ich soviel Macht über einzelne hätte, dass diese Auskunft entscheidet, würde ich vielleicht überhaupt manches anders machen.... Sie war nämlich verdammt hübsch unter ihrem Kopftuch.
-Nein, natürlich hatt ich sie nicht, verdammt, das habe ich doch grad gesagt, sie hat das verdammte Kopftuch nicht abgelegt und ich habe sie auch nicht dazu aufgefordert.- ey echt, Jungfernschafts-paranoia! Und nu lasst die Kleine doch mal, die ist doch selber nicht doof.

Ja, und dann die Geschichte, die nie passiert ist, aber schon vor Jahren verdeutlichte, worum es ging: ältere hilfsweise erdichtete Geschichte vom Weglaufen

Noch eine hilfsweise erdichtete Weglauf-Geschichte, die aber von einem mir real passierten Fall von Weglaufen inspiriert ist. Ich wollte mich dadurch entschuldigen, „gerne wieder“ sagen. DDR-Aufnahmeprüfung

Ca 1998: Es war in einer dunklen Ecke, wo uns niemand sehen konnte.“Bleib mal eben stehen“, sagte ich leise zu meiner Bekannten. Ich hatte sowas noch nie bei ihr gemacht. Ich stellte mich dicht vor sie, und legte langsam meine Hände auf ihren Pullover, ihre Brüste. Sie lächelte. Ok, das ist Einwilligung durch konkludentes Handeln. Sie war auch nicht minderjährig und hatte auch keine geistige Behinderung. Ich meine: Ein mühsam erreichter Hauptschulabschluß ist ja keine geistige Behinderung. Trotzdem fühlte ich mich ein wenig so, als ob ich sie mißbrauchte. Nicht das mich das geniert hätte, ich habe mir später hundert Mal einen darauf gewichst, wie es gewesen wäre, wenn ich weitergemacht hätte. Nein, ich hatte Angst. Ein klein wenig, sie könnte es sich noch überlegen, wenn ich weitermache, aber 90Prozent davor, dass andere eingreifen und mir Marion wegnehmen, wenn ich die andere (mal oder öfter) nehme. Eine neue ist zwar immer besonders geil, aber das Leben mit Marion ist schon schwer, wie schwer wäre es erst mit der anderen gewesen? Wenn ich sie hätte als alleinige Lebenspartnerin nehmen müßen? Es gibt keine Privatheit in meinem Leben. Es kann zwar nicht jeder alles sehen, aber bestimmte Leute, die ich nicht sehen kann, und nur von ihren mit großer Macht behafteten Reaktionen kenne, können das schon. Nein nicht, der verdammte liebe Gott. Nein, nicht Gott. Reale Menschen mit ihren normalen geistigen Einschränkungen und aus einem ganz anderen, eher als faschistisch nazihaft zu bezeichnenden, westlichen Kulturkreis. Leute, die ich umbringen würde, wenn ich wüßte, wer sie sind und wenn ich nicht wüßte, dass ich dann ungerechterweise dafür im Knast landen würde. Unter denen auch schon mal ein paar vernünftige, gute, vorkommen die mir aber auch nicht weiterhelfen können, weil sie nun mal zu dieser Gruppe gehören und ich ihnen nicht wirklich trauen kann. Weil Vertrauen zu Mitgliedern dieser Gruppe auch bestraft wird. Eben die verdammten Arschlöcher da oben. Heutzutage, wo man keine Ofenrohre mehr braucht um zu horchen, kann „oben“ überall sein, in Berlin, Wiesbaden, Karlsruhe, London, Langsley (obwohl: die sind wohl nicht so doof) oder im Hauptquartier einer mächtigen Religionsgemeinschaft Sekte oder rechtslastigen Medienkonzerns. Ich schwöre, dass ich das glaube. Mittlerweile können es auch mehrere Agenturen durcheinander sein.
Ich hatte Angst, ich würde bestraft werden. Nach einigen Sekunden nahm ich meine Hände von ihrem Pullover. Sie wirkte enttäuscht. Ja, ich hätte sie missbraucht gehabt, weil ich ja wußte, sie war nicht zufällig hier, sondern weil sie jemand manipuliert hatte. Aber sie wollte doch! Und ich war lieb.
Wegen dieser Einschränkung meiner sexuellen Freiheit, unserer sexuellen Freiheit, möchte ich allerdings ein Massaker unter den Verantwortlichen fordern. Aber natürlich durch Terroristen. Nicht durch einen barbarischen Staat, der sowieso nur lügen würde, wenn er das täte.
Und ja: Es tut mir leid, ich hätte mich dem Unrecht nicht beugen dürfen. Egal, was passiert wäre.
Später habe ich sie dann noch mal in der Stadt von weitem wiedergesehen: Sie hatte sich schrecklich dickgefressen. Ich bin mir ziemlich sicher: Das war vor allem die Schuld meines Versagens. Meines Unterdrückt-Seins. Noch par Jahre später hatte sie wieder etwas abgenommen. Aber nicht dahin, wo sie vorher war.
So kommt es ja auch, wenn ich das Gefühl habe, 9-11/2 könnte eine Busse Amerikas für seine imperialistischen Verbrechen sein, angeordnet von Bush, dem Christen, gefaked, oder als innere Säuberung, was den Großteil der Toten betrifft. Ein gewählter Präsident wurde ermordet, ein erwählter Liebhaber wurde wurde zum Rücktritt gezwungen.Gewaltsam. – Ich fand es gerecht.-- --aus diesem Gefühl heraus.-- Ich hatte mir grade ein paar Blumen gekauft, als mich die Nachricht traf. Der Springer polterte auf das Spielfeld...(um Orwell zu zitieren) Es waren Zinnien.

Vertrockneter Schinken

Passwörter für Kinder unter Umständen der Verwanztheit

Ewiges Gezeter im Internet und bei allen Bekannten

Psychiatrie, Polizei, Vereine, Bordelle(?Verschwendete oder genützte Chance für die fürsorgliche Gesellschaft?), Freundeskreise, Studentenbünde, . . .

Ich entdeckte sie im Halbdunkel im Nebenzimmer auf der Matratze bei der Party meiner Bekannten. Sie liess sich gerne küssen und ficken und ich kann mich nicht erinnern, dass irgendwelche Bemühungen nötig gewesen wären, um sie davon zu überzeugen. Es wurde also auch keine Zeit mit Geschwätz verschwendet. Ich sagte ihr ihre F wäre wunderbar, wie die Sonne an einem warmen Sommertag, oder so ähnlich, und fragte sie nach ihrer Adresse, damit ich ab und zu mal vorbeikommen und sihre Liebe geniessen könnte. Ich bekam auch eine Addresse. An weiteres kann ich mich nicht erinnern, das ganze dauerte kaum länger als eine Stunde, weil die Party noch weiterging, oder zuende war, oder was weiss ich, jedenfalls erscheint sie als äusserst positives Ereignis auf der nicht gerade unmäßig langen Liste, meiner Liebeserfolge. Das ganze war irgendwann Ende der 70er Jahre. Ach gäbe es doch sowas öfters!

Worauf ich hinauswill, ist die Adresse, mit der es noch ein Nachspiel hatte:
Meine Bekannten hatten die komische Angewohnheit, Schinken zu kaufen, und dann im Kühlschrank offen liegen zu lassen, jedenfalls Reste davon, und einfach nicht zu essen, bis sie vertrocknet waren. Weiß nicht, ob es Vegetarier waren, und der Schinken nur für Gäste erworben wurde, oder was, das ganze ist einfach schon lange her. Und er war nie ordentlich verpackt und vertrocknete schnell. Jedenfalls habe ich dort mehrmals solche Schinkenreste gegessen, knusprig vom Vertrocknen, keinesfalls wirklich schlecht. Vielleicht ist es ja auch nicht ganz abwegig, vertrockneten Schinken als Allegorie auf Jugend und Schönheit, die durch Ignoranz verschwendet wurde, oder zu werden drohte, zu verwenden. Obwohl Allegorien der Liebe, die Sex mit Fleisch in Verbindung bringen für mich eher zu einem befremdlichen Kulturkreis gehören, sind sie mir ja nicht gleich unverständlich. Ich hatte schließlich eine Mutter aus diesem Jahrhundert. Aber zu diesem Thema ..., darauf komme ich später zurück.
Die Adresse also: Vermutlich bin ich ein zwei mal da vorbeigegangen und habe erfolglos geklingelt. Ein paar Wochen danach, freich angeheizt durch aktuelle, teils empörende, teils an den Grundfesten des Verstandes rüttelnde Ereignisse jedenfalls, kam ich ins Treppenhaus des innerstädtischen Altbaus und ging hoch. Fand auch eine Wohnungstür mit einem entsprechenden Namensschild. Meistens wohnten WG's in diesen Wohnungen hauptsächlich Studenten/innen und die ihnen peripheren Gesellschaftsgruppen aus Gescheiterten, Ausgestiegenen und denen, die sich als ihresgleichen fühlten, sich aber mit irgendwelchen Jobs durchschlugen. Es gab halt eine richtige kleine linke Subkultur in den Universitätsstädten damals. Natürlich gab es auch 50% RCDSler und ihren Eltern untergeordnet gebliebene Spieß-Bürgerkinder, aber die roch man schon von weitem und machte einen Bogen darum.
So ein Treppenhaus ging ich also hoch, fand die Tür und klopfte.
Ich hörte auch irgendwelches Rumoren hinter der Tür, und fragte, „Ist die Lena da? Eure Klingel ist wohl kaputt?“ (ich weiss den richtigen Namen jetzt nicht mehr, vor ein paar Jahren wußte ich ihn noch. Hab sie also neu getauft.) Ich bekam eine merkwürdige kichernde Antwort und verstand nichts vernünftiges. Nach ein zwei Sätzen, die ungefähr an die Konversation zwischen dem bösen Wolf und den 7 Geisslein erinnert, fühlte ich mich komplett verarscht. „Nu mach doch mal auf!“ Wenn man einen jungen starken Mann derart herausfordert, darf man sich nicht zu sehr wundern, wenn so ein Brettchen aus der hölzernen Kassettentür herausgeschlagen wird, und die Tür auf diese Weise plötzlich geöffnet wird. Dort und damals war das jedenfalls so. Was hatte ich schon zu fürchten: Eine demütigende Gruppenintervention unter Gleichgestellten, und dass ich mich „entschuldigen“ und die 20 Mark für die Reparatur bezahlen mußte. Größer war das Risiko eigentlich nicht und eigentlich war auch alles wie von selbst gegangen, ohne, dass ich darüber hätte nachdenken müßen. Und wenn es wirklich der RCDS gewesen wäre—na, ja, die hätten mich ja nicht gekannt. Und Geld hätten sie ohnehin genug gehabt.
Da stand ich also plötzlich völlig überraschend einer hübschen jungen Frau gegenüber, die aber nicht Lena war, mich dafür aber immerhin erwartungsvoll ansah. Vom äusseren Ansehen her durchaus unterwürfiges Bürgerkind, aber dieses affige Entree, das mußte ja irgendwie verabredet sein. Geistige Behinderung? Nein, war mit wenigen Sätzen klar. Also Tür zu, Brettchen wieder provisorisch reingeklemmt, „Ich muß Dich da mal einiges fragen, komm doch mal mit. Welches ist Dein Zimmer?“ Wir gingen in das Zimmer Tür zu, ich schob sie auf das Bett und setzte mich dazu. Dann nahm ich sie in das Verhör und stellte indiskrete und intime Fragen. Wir waren allein in der Wohnung und sie hätte vermutlich gehorcht, wenn ich ihr befohlen hätte, sich auszuziehen und hinzulegen. Mein Verhör führte aber zu dem Ergebnis, dass ich nicht sicher war, dass sie wirklich überwältigt werden wollte. Dass sie nicht in diesen Geschehensablauf eingeweiht oder auf ihn vorbereitet, oder wenigstens vorvorbereitet und fest gruppeneingebunden war. Es blieb eine 30%-Restchance, dass sie doch nur ein Scheiß-Bürgerkind war, dass hinterher großes Geschrei anstimmt, und das hätte dann wirklich unangenehm werden können. Also habe ich mich abgerollt und weiter den wilden Mann markiert, der aber kein Interesse an unfreiwilliger Unterwerfung hat, weil er dazu viel zu wild und schön ist und ein bischen in der Wohnung rumgerumpelt ein paar Schubladen und Schränke kontrolliert sie ab und an einschüchternd mit bohrenden Blicken ansieht um dann irgendwann mit den Worten „Na, ja, Lena ist wohl nicht da“ zu verschwinden. So tat ich es auch, aber eins muß ich noch erwähnen: Den vertrockneten Schinken im Kühlschrank habe ich gegessen. Glaub ich jedenfalls. Will sagen, es stellte sich jedenfalls raus, es war welcher da.

Was hätte ich machen sollen? Mich umdrehen und drohend sagen: „So, so, Dein Schinken ist also am Vertrocknen, Ausziehen! Hose runter und Beine auf!“?
Oh, ja, das hätte ich gern getan, aber den Schinken hätte ja jeder hingelegt haben können.
Es ergeben sich aus dieser Situation nämlich zwei ganz verschiedene, gegensätzliche denkbare Szenarien:


1.Versicherung

2.Falle

(3.Störversuch)

(4. verwegener Witz)

Wie zum Teufel hätte ich in dieser Situation irgendeinem Scheiß Amtsgericht diese Geschichte erzählen können, ohne meine Freunde zu verraten – immerhin hatte ich Lena ja einmal gefickt-- und ohne als gefährlicher Verrückter in der Psychiatrie zu landen? Seit ich später auch noch erlebt habe, welch brutale Folterung in der Psychiatrie stattfindet, ist diese Variante komplett unannehmbar geworden.

Jeder, der versucht, mir mit so einer Versicherung zu helfen, stört mich also nur bei meinen ohnehin schlechten Chancen.

Dabei ist es nur zu plausibel, dass jemand das versucht. Nicht jeder hat hundert Seiten Gejammer im Internet verfasst dass und wie gerne er mal möchte und was er schon alles über die Liebe weiss.
Nicht jeder war schon ein paar mal unter Vorlage seines Personalausweises im Bordell,
Nicht jeder hat sich solche Freunde gesucht, wie ich und ihnen allen diese Situation klar gemacht. Freunde, die sich aber nicht bei irgendwelchen Kuppeleien erwischen lassen dürfen.
Nicht jeder war schon ein paar mal mit seiner zerbrochenen Liebes-Lebensgeschichte in der Psychiatrie (Obwohl die sich einen Dreck dafür interessiert haben, aber in einer Welt, die in Ordnung wäre, hätten sie eine Fürsorgepflicht, keinen Kaputtmach-Auftrag. Vielleicht können die sich ja auch nicht dazu bekennen, genau, wie die Freunde.)

Aber wenn ich dann höre, dass Kindergartenkinder von ihren Eltern ein Passwort gesagt bekommen und sie dürfen mit keinem Erwachsenen mitgehen, wenn dieser das Passwort nicht kennt... Scheisse, denk ich bei mir würde das einen Dreck nutzen ich bin von oben bis unten verwanzt, alles was ich weiss habe ich im Internet geschrieben, und in meinem Falle wäre es sicherer, den Kindern zu sagen, sie sollten sich auf ihren gesunden Menschenverstand verlassen, als auf irgendein Drecks – Passwort. Weil das hundert Mal sicherer wäre. Den gM der Kinder würde ich allerdings trainieren. Mit lustigen Spielchen.

Alles in allem ist solches „Nimm sie, sie ist Dein“ - Gedröhne vom Himmel nur lästig und eine ziemlich sichere Versicherung dagegen, dass wenigstens mein gesunder Menschenverstand, das einzige, was geblieben ist, noch eine Chance hat. Und es geht doch normalerweise gar nicht um „böser Wolf“-Nummern, sondern nur um äh, na, ja, ganz gesittete Kavaliers-Nummern. Alles auch noch versaut. Durch vorgebliche Hilfe und Versicherungen. Oder auch ernsthafte Hilfe-Versuche. Ist auch nicht so, dass ich nicht bereit wäre, mir helfen zu lassen. Aber ich kann nur noch Klartext und ich fordere das politische Recht auf Klartext-Kommunikation. Klartext gibt es aber nur noch im Bordell. Und die geliebten Frauen dort in allen Ehren, aber für das was es leistetet einerseits, vor allem was ich fähig bin dort an Liebe aufzusaugen, meine Potenz, einerseits, und meine finanziellen und Verkehrs-Verhältnisse andererseits ist es einfach zu teuer und zu weit weg. Aber ein guter Staat würde seine Bordelle mit einem Verkupplungs-Geheimdienst kombinieren. Blöderweise würde das bei mir aber wieder an dem Klartext – Erfordernis scheitern.
Ja, ich habe den Eindruck, dass, wer auch immer es macht, es regelrecht Standards für solche Kuppeleien inclusive der Einstiegshilfe in Form von Versicherung, und immer drei Versuche usw. gibt, aber bei mir kommt alles als nicht vertrauenswürdig an.

Was so einer Sache weh tut, ist vor allem sicher genug gewesen zu sein, um sich zu schämen und über die entgangene Lust und Freiheit zu ärgern, die für mich organisierte „Vergewaltigung“ nicht durchgezogen zu haben, aber eben doch nicht sicher genug zu sein, um sie durchzuziehen. Ich bin also auch ein Mensch, der sich schämt, nicht zu vergewaltigen, wenn es von ihm erwartet würde. Ich kann nicht die Verantwortung für eine Frau tragen. Bei mir muß sie das selber. Finde ich beschämend, weil es meiner Ansicht nach auch gerade das braucht. Das, was ich am liebsten von Frauen hätte, habe ich selber nicht zu bieten.
Wie kann man einem solch mächtigen Wesen, das so eine Sache so perfekt organisiert, nicht vertrauen?
Ich schwöre: Ich vertraue nicht!

Ich hasse nicht, aber ich vertraue auch nicht wirklich. Es macht mich geil, aber ich kann es nicht nehmen.
Also macht es mich kaputt.
Kaputt, ich bin nicht sicher, vielleicht ist unglückliche Liebe unbedingt besser, als nicht geliebt zu haben. Love hurts.



Und, um die Sache jetzt noch weiterzudenken: Die Frau, die trotz einer solchen Versicherung nicht genommen wurde könnte beleidigt sein und mich deshalb aus Jux bei der dämlichen Polizei anzeigen, dass ich genau das getan hätte, was ich eben nicht getan habe, nämlich Sex gegen ihren erklärten Willen. Damit ich Feigling die verdiente Strafe habe, genau die Strafe, vor der ich mich gefürchtet und sie deshalb als liebens-unwürdig erniedrigt habe. Auch eine Art von Gerechtigkeit, die ich übrigens durchaus respektabel finde. Ich hasste sie nicht. Aber es würde natürlich auch nichts nützen, da sie ja meine gesamte innere Befindlichkeit ignoriert. Und diese Strafe vielleicht nicht Gottes Geist, aber seine gesamten Werkzeuge zerstören könnte. Nun gut damals war ich ja quasi anonym, aber das lässt sich auf spätere, teilweise vergleichbare, Situationen übertragen. Fuck the Bundestag! (Mit ihrem „Nein heißt nein“)

Bei all diesen Geschichten vom Weglaufen, wie froh wäre ich gewesen, wenn da ein Lederner mit der Peitsche oder meinetwegen ein Boxer gestanden hätte und mich am Weglaufen gehindert hätte und mir den von meinem Gott geplanten Weg gewiesen hätte! Mir ein wenig Verantwortung abgenommen hätte?
Und natürlich nicht hinterher, verdammt, sondern vorher, rechtzeitig, bevor ich weglaufen kann.

Aber dieser mein Retter ausgerechnet, würde dann eine Bestrafung wegen sexueller Nötigung riskieren, wenn er mich nicht entschlossen genug gepeitscht hat und ich deshalb auskneife und anschließend meinen Frust mit einer Anzeige abreagiere! Was für ein Bullshit ist dieses Sexualstrafrecht!

Es gibt auch das Problem, sich selbst nicht handhabbar für andere machen zu können, weil man Verantwortung für bestimmte Dritte hat: Wenn zuhause das Kleinkind darauf wartet, dass ich zurückkomme- Eigentlich darf man sie nie alleine lassen- dann ist es natürlich ganz übel, wenn ich plötzlich zum Sex entführt werde. Ich kann mich dann also nicht selbst zur jederzeitigen Entführung ausschreiben. Ich habe allerdings das Gefühl, dass solche unpassenden Gelegenheiten systematisch ausgesucht werden, um mir Chancen anzubieten, die ich nicht nehmen kann, oder wo das nicht sinnvoll erscheint, um mir zu „beweisen“ dass es nicht ginge. Natürlich geht es.