Lebenslauf



meine Eltern, alles über sie

Ich habe eine 1 ½ Jahre ältere Schwester. Mein Vater war Angestellter,meine Mutter Grundschullehrerin.Ich war etwa sieben,als wir nach Neuss zogen.Wir hatten keine Verwandtschaft hier in Neuss und ich war auf der Schule eher ein Einzelgänger.

Ich habe Abitur in Neuss am QuirinusG. gemacht. (Notendurchschnitt 2,5.)

Mein nächstes Problem war,der Bundeswehr zu entkommen,sowie andererseits die Beziehung zu meiner damaligen Freundin von der wir damals dachten, sie würde, in welcher Form auch immer, für immer bestehen bleiben, trotz dieser Widrigkeiten aufrechtzuerhalten.Ich habe eine Art Untergrundleben mit Kriegsdienstverweigerungsanträgen geführt. Habe in Köln zwei Semester Jura studiert, während ich gleichzeitig vorgab in Bonn evang. Theologie zu studieren. (Dann brauchte man nicht zum Bund.) Während meiner häufigen Abwesenheit ist meine Freundin in Neuss durch den Beginn ihres Berufslebens in einem Sozialberuf allmählich verspießert.In Köln bin ich nie wirklich heimisch geworden. Aus dem Jurastudium ist nichts geworden, weil niemand an der Uni bereit war, mit mir die Gesetze aus moralischer Sicht zu discutieren. Es gab zwar interessante Fragestellungen, aber niemand, der mit einem wirklich darüber redete. Da ist mir das Studium unerträglich langweilig geworden.

Ich bin dann nach Bonn in eine winzige Dachkammer gezogen damals noch Regierungshauptstadt, wo auch ein ehemaliger Klassenkamerad vom Gymnasium lebte. In Bonn bin ich schon ein wenig heimisch geworden und hatte einen kleinen Kreis von festen Bekannten. Ich habe in dieser Zeit überhaupt nichts studiert, mich bei meinem ebenfalls ziemlich liederlichen Freund und inSelbsterfahungsgruppen, Anarchistengrüppchen, und bei dem rumgetrieben, was später mal die Grünen wurden und die Bücher und Zeitungen dieser Leute gelesen. Ich habe eine Menge gesellschaftliche Erfahrungen in dieser Zeit gemacht, hatte auch einige andere Freundinnen. Ich war auf vielen Demos. Ich hatte wenig Geld und oft nichts vernünftiges zu essen. Diese Zeit ist ein Stück meiner Vergangenheit, auf das ich stolz bin.

Aber dann mußte ich von dort wieder flüchten,wegen der Verfolgung durch die Bundeswehr und bin nach Berlin gezogen,das damals aufgrund der politischen Lage bundeswehrfrei war. Meine einzige ständige Freundin aus Neuss ist später auch dorthin gezogen. In Berlin hätte ich gern Psychologie studiert,was aber wegen des extrem hohen Notendurchschnitts der für die Zulassung gefordert wurde nicht möglich war.Vielleicht hätte ich auch nicht zwischen die ganzen Schulasse gepasst.Mir blieb jedenfalls nichts übrig,als auf das Studienfach Pädagogik umzusteigen,das dem noch am nächsten kam, zumal meine Eltern mich finanziell unter Druck setzten, dass ich ordentlich studieren sollte. Ich habe zwei Semester Pädagogik an der TU Berlin studiert. Da meine Freundin der Meinung war,ich sollte endlich Geld erdienen (wie sie selber, also mir irgendeinen Job suchen, um von meinen Eltern unabhängig zu werden) habe ich kompromissweise wenigstens auf ein Studienfach umgesattelt,mit dem man Geld erdienen kann,wenn man fertig ist. Nämlich Lehramt für Gymnasien in Latein und Geographie studiert.
Sie hatte sich dann in den Kopf gesetzt, Abitur am Tageskolleg in Oldenburg zu machen und zog dort hin.Mein großer Fehler war es deswegen auch Berlin zu verlassen und meine Fächerkombination in Münster weiterzustudieren,um in ihrer Nähe zu sein. Diese Beziehung war das damals nicht mehr wert. Ich hätte vielleicht eine Chance gehabt,das Studium erfolgreich abschließen zu können.

In Münster habe ich es bis zur ersten Staatsprüfung gebracht,die ich teilweise abgeschlossen habe,mußte dann aber aufhören, weil ich zu allein war.Ich habe nie wieder richtig Anschluß gefunden, wie in Bonn. Allerdings war ich etwas selbständiger geworden.
Ich war dann dort Opfer psychiatrischer Folter und habe dort jeden Ehrgeiz aufgegeben und mich für den Rest meines Lebens als Rentner betrachtet. Keine Würde=>kein Dienst. Stachel in meinem Fleisch => Stachel in eurem Fleisch. Doch diese Art des Friedensschlusses war den Faschisten, die unseren Staat und Gesellschaft regieren nicht genug.

Ich habe dort meine jetzige Frau kennengelernt. Eine Frau von gleicher Bildung und Stolz war nicht zu kriegen.Wir waren aber beides zwangspsychiatrieerfahrene Aussenseiter. So mußten die gemeinsamen Feinde halt genügen. Sie hat sich im Laufe der Jahre noch erheblich entwickelt. Dezember 86 haben wir geheiratet. Ich trug eine leuchtendrote Nylonsteppjacke, mit der ich damals ging (35DM, aus dem Ausverkauf,die Farbe war natürlich wichtig). Verwandte waren nicht eingeladen. Trauzeugen waren ein lockerer Bekannter von mir und seine türkische Freundin.

Da es auf die Dauer nicht geduldet wurde, dass wir „nichts“ machten, (Was an sich sowieso Irrsinn war, da ich noch unter Dauersoftfolter mit “Neuroleptika” stand) wurde ich vom Arbeitsamt in eine zweijährige Umschulung als Funkelektroniker ans Berufsförderungszentrum nach Essen vermittelt. Ich habe dort als Funkelektroniker mit den Noten eins in Theorie und zwei in Praxis abgeschlossen(zweitbester der Gruppe).Das ist meine einzige abgeschlossene Ausbildung. Danach habe ich als Leiharbeiter bei der Barmag als Elektroniker angefangen,was ich aber bald wieder aufgeben mußte da ich täglich 12 Stunden von zuhause weg war,selbst samstags arbeiten mußte und kein Mensch das ständige Alleinsein hätte ertragen können, zu dem meine Frau dadurch verurteilt war. Danach habe ich noch zwei Monate als Lastwagenfahrer (Klasse III bis 7,5 Tonnen) gearbeitet und Kekse für Bahlsen an die Geschäfte geliefert.(Der LKW-Besitzer hatte einen kaputten Arm und konnte vorübergehend nicht selber fahren) Entgegen anderslautender Propaganda war auch Ende der 80er Anfang der 90er Jahre reguläre Arbeit für jemand ohne Beziehungen und konformen Lebenslauf nicht mehr zu kriegen.

1991 wurde mein erster Sohn geboren.

1994 sind wir nach Neuss zu meinen Eltern in den Keller gezogen. Auf der Flucht vor dem Jugendamt. Gar nicht gerne.

1995 wurde mein zweiter Sohn Dominik geboren.

1996 sind wir nach Neuss-Weckhoven gezogen.

Sommer 2000 erkrankte mein Sohn Dominik und ist seither geistig behindert.

2002 haben wir Dominik in`s Heim gegeben.

September 2004 bisApril 2005 habe ich unentgeltlich drei Stunden täglich als Nachhilfelehrer in der Hausaufgabenhilfe für türkische Kinder gearbeitet.

Seit 1980 habe ich mich relativ regelmäßig mit Elektronik befasst Fachliteratur studiert und Geräte nach eigenen Entwürfen gebaut. Neben meinen Ausbildungen Erwerbstätigkeiten und meiner Tätigkeit als Hausmann in der eigenen Familie war das eigentlich meine Hauptbeschäftigung, so dass ich sagen müßte: "In diesem Jahr habe ich den Anrufbeantworter, das Schaltnetzteil und den Kaffewasseralarm gebaut" Oder "das Doppelsuperhetamateurfunkgerät ist endlich fertig geworden, Sprechfunkverbindung über 15Km mit CB-Funker hergestellt", denn das waren eigentlich die Dinge wo ich die ganze Zeit meinen Kopf hatte. Ich habe mehrere Dutzend Geräte mit jeweils über 100 Teilen gebaut, das Kleinzeug garnicht zu zählen. Da sich aber nie jemand dafür interessiert hat und ich größtenteils auch nicht mehr weiß,was in welchem Jahr war, habe ich diese Dinge hier nicht eingetragen.Ich kann aber viele dieser Geräte noch vorführen. Ein Jahr habe ich ausserdem meine ganze Freizeit, viele Stunden täglich, der Erlernung der französischen Sprache gewidmet.

Heute 23.03.2012 kam vor dem Obi-Baumarkt ein Mann freudestrahlend auf mich zu und gab mir die Hand. Ich freute mich über die Freundlichkeit und nahm die Hand.Woher ich ihn kennen würde, fragte ich, denn ich habe ein miserables Personengedächtnis und wußte nicht, wer er war. Für mich ist es immer ratsam, Leute die ich nicht einordnen kann freundlich zurückzugrüßen, denn meistens sind es Leute, die das Recht hätten, beleidigt zu sein, wenn ich sie nicht kenne. Er meinte, ob ich nicht der Dingens wäre, der Kehrmaschinenfahrer. Ne, sag ich, das ist wohl eine Verwechslung. “Echt, Du siehtst aber genau so aus, wie der,” sagte er. Geglaubt habe ich ihm die Geschichte nicht, ich bin es gewohnt, von Leuten mit denen ich zu tun habe, aus irgendwelchen Vorwänden heraus belogen zu werden. Ich bin auch ganz zufrieden damit, denn dann halten sie wenigstens Distanz. Ich habe mir hinterher heimlich die Hand abgewischt, weil ich dachte, vielleicht hätte er mich mit irgeneinem Kontaktgift einschmieren wollen. Allerdings ist mir hinterher klargeworden, dass das wohl eine Beleidigung wegen (bzw. wohl eher mittels) meines dreckigen Hemdes sein sollte. Es ist mir mittlerweile scheißegal, ob mich die Leute draußen mit einem dreckigen Hemd sehen. Ich will ohnehin nichts mehr von ihnen, das ich nicht bezahle. Von den Spießern schon mal garnicht. Deswegen in solch heimtückischer Weise beleidigt zu werden, macht mich allerdings doch wütend. Hier wurde meine Menschlichkeit gegen mich benutzt. Ich hätte dem Typ doch gleich sagen können:Lecken Sie mich am Arsch, Sie sind mir scheißegal. Aber ich kooperiere und er benutzt das um mich zu beleidigen. Geplant, klar, der hat mir da aufgelauert. Tja, solche “netten” Dinge gehören auch zu meinem Lebenslauf schon immer. Ich bin böse, sauböse, stinkwütend. Auf gewöhnlichen Pöbel. Schon immer. Ist eine typische Eigenschaft von mir geworden.

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