Ehegesetz:

Die Ehe ist in erster und allererster Linie der Vertrag auf Gegenseitigkeit, den eine Person nur mit einer anderen und keinen weiteren zu gleicher Zeit schließen kann.
Andere Personenzahlen sind möglich, diese Gemeinschaft unterliegt aber noch anderen Regelungen.



Der Inhalt des Vertrages kann variieren:

Es wird generell angenommen, dass die Ehepartner in einem besonderen Vertrauensverhältnis zueinander stehen. Dementsprechend gibt es für Ehepartner einige abweichende gesetzliche Regelungen. Diese können -im Rahmen der Verfassung- sämtlich durch Ehevertrag geändert werden, es muß jedoch Inhalt geben.
Geschieht dies nicht, gilt
Gütergemeinschaft,
erheblich erhöhte Schwellen bezüglich der Annahme der Verletzung sexueller Selbstbestimmung, --Beispiel für die Maßstäbe dabei
besondere Willensübertragungs und Vertrauenswahrungsrechte.(Krankenhausbesuche, "Vormundschaft" bei eintretender Demenz Aussageverweigerungsrecht usw.),
sowie das gemeinsame Sorgerecht über eventuelle Kinder eines der Partner.



Der Vertrag kann unter Einhaltung von Ankündigungsfristen einseitig aufgelöst, aber nicht einseitig eingegangen oder wiederhergestellt werden.



Der Vertrag ist beurkundungspflichtig, normalerweise vor dem „Standesamt“. Es muß darauf geachtet werden, dass die Freiwilligkeit der Eingehung, also das Vertrauensverhältnis zueinander oder zu ihren Beauftragten durch geeignete Maßnahmen überprüft wird, sowie das Nicht-Bestehen einer anderen Ehe, bzw. deren ordnungsgemäße Integration gemäß den Regeln für Mehrpersonen-Ehen. Dazu und als Bedenkzeit ist normalerweise eine Ankündigungsfrist bei der Beurkundungsstelle erforderlich. Der Vertrag wird durch eine gegenseitige Einverständniserklärung der Partner vor dem Beurkundungsbeamten geschlossen. Gleiches gilt für die Nachbeurkundung unzureichend beurkundeter Ehen (Nichtvertragsstaaten, nichtstaatliche Gemeinschaften etc).



Die Bundesrepublik begrüßt die Eingehung der Ehe durch jedwede Personen als der Gesellschaft dienlich, es muß jedoch gewarnt werden, dass der größte Teil der Bevölkerung bezüglich der Ehe erhebliche romantische oder religiöse Illusionen kultiviert, nicht nur für die eigene Ehe, sondern - wie Menschen so sind - auch für die der anderen. Man kann sich als Verheirateter also plötzlich in einem "Wunderland" wiederfinden, in das man niemals gewollt hätte. Die Bundesrepublik bedauert dies, sieht sich aber nicht in der Lage, mehr als die schlimmsten Auswüchse, solcher Illusionen zu verhindern.
So kann zwar durch die Ehe die "Kreditwürdigkeit" steigen, so dass man eine gemeinsame Wohnung anmieten kann, wenn man dann aber von seinen Nachbarn beleidigt wird, weil man sich als verheiratete Person noch für andere Sexualpartner interessiert und sich nicht scheiden lassen kann, um die Wohnung, oder den Vertragsinhalt, nicht zu verlieren, dann lehnt die Bundesrepublik dafür ausdrücklich die eigene Verantwortung ab.


Die Ehe gilt auch im Ausland, naturgemäß hat die Bundesrepublik dort noch weniger Einfluß darauf, wie die Ehepartner wahrgenommen, und gesetzlich behandelt werden.