Es ist allein meine Entscheidung:

+Ob ich mich umbringe, oder nicht.

+Welche Drogen ich nehme.

+Mit wem ich Sex mache.

+Was ich mit meinem ach so ehrwürdigen adligen Namen mache.

+Ob ich mich am Militär beteiligen möchte. (nein)

+Vor welcher Arbeit ich mich drücken möchte, oder nicht.

+Ob und wie ich mich medizinisch behandeln lasse, oder nicht.

+Wenn ich eine Frau wäre: ob ich eine Schwangerschaft austragen möchte oder nicht.

Wer mich geringschätzt und keinen Sex mit mir macht, soll dabei gefälligst auch nicht mitreden.

Alles andere ist je nach Grad und Methode der Einmischung ein Übergriff nach dem ich jemandem nur noch den Tod wünschen würde. Denken und discutieren sind am rechten Ort (also vor allem nicht während ich grade Sex mache) erlaubt, Durchsetzungsversuche nicht.

Da, soweit ich weiß, die meisten Leute 1. eine heilige Meinung zu diesen Dingen haben, 2. nicht mit uns Sex machen wollen, gehe ich davon aus, dass jemand fremdes, den ich neu kennenlerne, (ausser so entspannte freundliche Typen) wahrscheinlich mein gefährlicher Feind ist und es nur noch nicht weiß. Das ist auch besser so. Er verliert, spätestens wenn dies bestätigt ist, jedes Recht auf wahrheitsgemäße Auskünfte und ich will mit ihm nichts zu tun haben. Wer ein Mitspracherecht haben will, muß auch das tun, was ich dafür eintauschen will. Und wer das nicht anerkennt, braucht mir garnicht erst mit Gott zu kommen. Das ist meine höchste Überzeugung. Ich möchte diesen Leuten sagen: Ihr habt euch ausgiebig an mir vergriffen, aber ihr wart unfähig mich zu überzeugen. Deshalb habt ihr versagt. Ihr seid echte Nieten.

Ich bin aber völlig sicher , dass es viele Menschen gibt, die darüber genauso empfinden. Mein Problem ist bloß, wie ich diese Freunde kennenlernen kann. Dies zu vereinfachen ist der eigentliche Haupt-Zweck dieser Webseite.

Dass jemand, der sich umbringen möchte grundsätzlich ein heilbarer Kranker sei, halte ich für eine offensichtliche Geschäfts-Lüge von professionellen heile-Welt-Verkäufern. Ich finde es nicht richtig, dass man Menschen foltert, damit sie sich vor der Strafe für Selbstmordversuche oder -planungen mehr fürchten, als vor dem Tod. Ganz zu schweigen, dass ich gegen den Mißbrauch solcher Menschen als todesverachtende und gewissenlose Soldaten bin – wenn ihnen das Sterben dann doch erlaubt wird.

Gewisse Rechte scheinen mir unteilbar. Zum Beispiel das Recht, jemanden so zu lieben, wie er/sie es gerne möchte. Sicher gibt es immer Dritte, die gerne wissen möchten, dass dem/der Betreffenden dabei nichts passieren kann, aber wenn ich denen jetzt eine irgendwie geartete Garantie gebe, dass ich dies oder jenes nicht mache, entwerte ich doch meine ganze Liebe zu bloßer Bevormundung. Weil es dann eben keine Liebe mehr ist, wenn ich so eine Garantie gebe. Natürlich ergibt sich vieles von selbst, weil der/die Betreffende es einfach nicht mögen würde, oder meine Liebe eben doch nicht groß genug ist, die Konsequenzen der betreffenden Aktivität zu verantworten, oder weil ich denke, dass ich jemand anderes im Weg stehe, der besser geeignet ist, um dem/der Betreffenden das Gefühl des Geliebtwerdens und eine Gelegenheit zum Lieben zu geben. Aber eine Garantie, jemanden nicht auf bestimmte Weise zu lieben, ist eine Garantie ihn /sie überhaupt nicht zu lieben. Oder nicht? Bleibt die Frage, wer mein Liebesobjekt dann vor meinen falschen Wuschträumen schützt? Sorry, aber das müssen sie nicht mich fragen. Oder wollen Sie mich beleidigen und provozieren? _______________Ebenso das Recht auf Freiheit in eigener Verantwortung. Es ist einfach nicht richtig, von jemandem eine Garantie zu verlangen, dass er irgendwelche Taten nicht begeht. Niemand, der Verstand besitzt und ehrlich ist, kann eine Garantie geben, dass er auch nur irgend ein Verbrechen, zu dem er/sie fähig ist, unter keinen Umständen begeht. So eine Garantie zu verlangen ist eine Demütigung und Provokation. Trotzdem eine Lieblingsbeschäftigung von Psychiatern. Zeigt, was für Idioten das sind. Unsere Spielfilme im Fernsehen, Thriller Krimis und Western zeigen es uns doch hundert mal täglich, dass eben genau solche Situationen denkbar sind, in denen ein Mensch, an dem weder moralisch noch intellektuell viel zu tadeln ist, eben doch solche Taten begehen kann. Und die massenhaften Einschaltzahlen zeigen, wie wichtig die Denkbarkeit solcher Ausnahmesituationen für die Lebenslegende vieler Menschen ist. Eine solche Garantie abzugeben hieße vielmehr, der Welt in der man leben muß einen unverdienten Persilschein auszuschreiben. Und eben das finde ich so unverschämt. Unsere Welt schreit nach dem Selbstbewußtsein der Entrechteten, schreit nach Revolution, nach dem Sprengen der Knäste und dem Niederbrennen der Paläste. Nach der öffentlichen und kreativen Execution der Verblöder in ihren eigenen Verblödungsmedien. Von den Menschen eine Garantie zu verlangen, dass sie keine Straftaten begehen, ist etwas, was der Idee des Strafrechts völlig zuwieder läuft, sondern vielmehr dessen Umgehung und Aushebelung.

Ausserdem nützen solche Verhaltensgarantien nur etwas, wenn man glaubt, dass ich ein würdebewußter Mensch bin und mich an solche Garantien auch halte und nicht einfach lüge. Aber eben grade weil ich meine Würde wahren möchte und deshalb möglichst die Wahrheit sagen, da ich leider keine Geheimnisse bewahren kann, ist das Verlangen einer solchen Garantie ein Angriff auf meine Würde und damit letztenendes meine Fähigkeit, mich in der gewünschten Weise zu verhalten. Ich hab nämlich selbst mal irgendwo, ganz tief vergraben, gesagt, dass ich eigentlich finde, dass... ach, was solls.